Professor Dr. Kurt Pätzold starb nach schwerer Krankheit am 18. August 2016 in Berlin. Der renommierte Wissenschaftler forschte über Faschismus und Rassenwahn auf eine Weise, die nie das Gegenwärtige aus dem Auge verlor. An der Humboldt-Universität hatte er seit den Siebzigern den Lehrstuhl für Deutsche Geschichte inne. Allerdings nur bis zur Wende. Danach krönte er sein Lebenswerk durch zahlreiche Veröffentlichungen und internationale Auftritte. Bei einem interessierten Publikum war er der „Wissenschaftler zum Anfassen“.
Im Mai 2013 und im Mai 2015 bekamen Bürger von Französisch Buchholz die Chance, Kurt Pätzold und seine Leidenschaft für das Fach Geschichte kennenzulernen. Der Bildungsverein Nord-Licht hatte eingeladen. Die offizielle historische Sicht auf Ereignisse wie die 70. Wiederkehr des Zweiten Weltkrieges war damals Anlass für ihn, Defizite in der öffentlichen Meinungsbildung aufzudecken und falsche Begrifflichkeit zu entlarven.
Erschienen in der Pankower Allgemeinen Zeitung am 21. Dezember 2015 unter „Französisch für Buchholzer“. Allerdings komme ich mehr als ein halbes Jahr zu spät. Aber manche Dinge ändern sich ja sowieso nie. Oder hat der Autor m/s etwa neue Einsichten über das, was aus dem einst verschlafenen Dorf Buchholz geworden ist? Es würde mich wundern.
Alles beginnt mit der Warnung ///Glosse///. Ich finde aber, als ich weiterlese, kein Genre, das in kurzer prägnanter Form etwas aufspießt. Ich finde eine Menge Ungereimtheiten und meine, dass bei dieser Taufe Rückversicherung die erste Geige gespielt hat.
Autor m/s tischt uns auf, dass der Gedankenstrich von 1817 bis 1913 zwischen Französisch und Buchholz stand, und seit 1999, als Buchholz wieder Französisch Buchholz wurde, nicht mehr. Und damit hat er recht. Nur gut, dass Ortschronistin Anne Schäfer-Junker (mit Bindestrich) in der Redaktion öfter nach dem rechten sieht und immer wieder mal ermahnt, Französisch Buchholz (ohne Bindestrich) zu schreiben.
Die nächsten Zeilen machen uns klar, dass Buchholz im feucht-fröhlichen Zustand anders ausgesprochen wird als im nüchternen. Da gibt es dann auch Bucholzer unter den Buchholzern.
Jetzt sorgt sich m/s heftig um die Domains der Bürgervereine. Was da alles falsch gemacht werden kann. Sie glauben es nicht.
Ein weiterer Abgrund tut sich auf. Die Einwände werden schwerwiegender. Die seit vielen Jahren im Bürgerverein mitarbeitenden Bürger kennen sich alle und das tun sie auch noch seit vielen Jahren! Das birgt latent Gefahren in sich, zumal einer vom Vorstand zu den Linken gehört, einer zur SPD und der Vorsitzende zur CDU. Eine Grüne ist auch dabei. Ich werde zu dem Schluss geführt: Wer sich für das Bürgerwohl einsetzt, ist per se verdächtig. Mit oder ohne Bindestrich – Verzeihung, mit oder ohne Parteibuch natürlich.
Der Vorwurf an den Bildungsverein Nordlicht lautet: „eine eher nostalgische Kulturpflege“. Das mögen die Buchholzer selbst entscheiden. Sie stimmen mit den Füßen ab und besuchen Jähn und Gysi genauso wie die Gesangsstunde mit dem Chor der Berliner Pädagogen und den Vortrag zum Klimawandel.
Das erhält kühn die Note „historische Kurzsichtperspektive“. Gebraucht wird aber nach m/s (mit Schrägstrich) „eine weniger gemeinnützige, eine weltoffene Perspektive“.
Indessen glänzt das Nichtwissen über Französisch Buchholz (ohne Bindestrich) weiter. Ich daselbst mutiere zum Multivereinsmitglied, wo ich doch in Wirklichkeit seit 1991 nur einem einzigen Verein anhänge, nämlich dem FFK, dem Freundschafts- und Förderkreis Buchholz Europa e.V. 2013 allerdings habe ich noch bei aufBuchen e.V. Ja gesagt. (www.aufbuchen.de)
In Folge wird mir das „Streben nach nicht ganz uneigennütziger Definitionsmacht“ nachgesagt. Wer mich kennt, müsste spätestens jetzt herzhaft lachen.
Mein lieber m/s mit Schrägstrich, jetzt wird´s aber ganz ernst. Wo die Fördermittel kondensieren? Das wollen wir von Ihnen wissen! Bei uns haben sie sich nicht sehen lassen. Aber vielleicht sind Sie ja gar nicht so ein Auskenner in diesem Metier und ein anderer Name, der mit dem Bindestrich, müsste den Beitrag „Französisch für Buchholzer“ zieren.
Hermann Falk erinnert sich: Nur Weltstar Marlene kam nicht. Dabei war alles klar. Die Tour festgelegt und die Gage abgesprochen. Vier weiße Flügel sollten es sein. Dem Pianisten der Dietrich aber wurde die Einreise vonseiten amerikanischer Behörden verwehrt. Da musste sie absagen. Kein Auftritt in der DDR.
Hermann Falk, von 1976 bis 1990 Generaldirektor der Künstleragentur der DDR, hatte es mit zweierlei Menschen zu tun: mit Künstlern und Politikern und das auch noch in zwei Systemen. Keine leichte, aber völkerverbindende Aufgabe, wenn es denn klappt. An diesem 20. Mai im Amtshaus von Französisch Buchholz interviewte Dieter Klengel vom Bildungsverein Nord-Licht den agilen 81-Jährigen, der Ernstes und Lustiges in Anekdoten und Schnurren und viel Faktisches steckt, der gerade ein Buch geschrieben hat. Titel: Zu Gast in der Welt / Die Welt zu Gast.
Die besten Orchester der Welt, Ballettensembles, Theaterschaffende, Sänger, Dirigenten kamen und bereicherten das kulturelle Leben in der DDR. So wie Künstler dieses Landes von Felsenstein und Brecht bis Masur und Christian Funke, auch die Puhdys die Welt auf ihre Art bereicherten. Gegenüber diesen Leistungen fiel auch Ignoranz auf. Das Schauspielhaus und seine Geschichte wurden prätentiös erarbeitet zu seinem Jubiläum, das Wort DDR kam nicht darin vor. Wenngleich das stark zerstörte Gebäude (heute Konzerthaus Berlin) im Geiste Schinkels Jahre nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde und eine würdige Spielstätte bis zur Wende war und heute ebenso ist.
Wenn die weite Welt schon vielen verschlossen war, so musste doch wenigstens ein Hauch davon hereingeholt werden. Mit Joe Cocker z. B., Bruce Springsteen, Juliette Greco, Peter Maffay …
Im alten Friedrichstadtpalast übrigens begann die Karriere der Dietrich. Vielleicht wäre sie auch gerne gekommen, weil die Zuschauer im Osten die Künstler aus dem Westen meist ausgiebig feierten. Zu befürchten war jedenfalls nicht, dass sie als Vaterlandsverräterin ausgebuht würde wie auf einer Europatournee 1960 in der BRD geschehen.
auch in diesem Jahr möchte ich Sie wieder auf die Buchholzer Festtage aufmerksam machen.
Unser diesjähriges Motto heißt schlicht „Willkommen“. Damit möchten die Initiatoren und Ausgestalter der Festtage alle herzlich willkommen heißen, die frisch nach Französisch Buchholz gezogen sind, die hier vorübergehend eine Unterkunft gefunden haben und natürlich alle Gäste, die uns zu den Festtagen in unserem Ortsteil besuchen. Buchholzer Festtage Kirche
Die Buchholzer Festtage sind immer ein guter Anlass dazu gewesen, unter Nachbarn aufeinander zuzugehen und sich besser kennen zu lernen, um in der Gemeinschaft zu wachsen und gemeinschaftlich nach außen als Buchholzer aufzutreten. Große Bauvorhaben in unserem Ortsteil und eine leider nicht gleichzeitig mitwachsende Infrastruktur – insbesondere fehlende Schulplätze sind zu beklagen – sowie eine drohende Schlafstadt auf der Elisabethaue – ohne tragbares Verkehrskonzept – erfordern den Einsatz der Bürgerschaft für Französisch Buchholz.
Der Bürgerverein ist bereits aktiv und bringt sich nach Kräften in den Prozess mit ein. Er sucht dringend Unterstützer, die sich für einen Kompromiss zwischen notwendigem Wohnungsbau und ebenso wichtigem Naturschutz einsetzen wollen.
Ich freue mich schon jetzt auf einen Austausch an unserem Informationsstand!
Gleichzeitig bedanke ich mich bei allen Aktiven für die Mitwirkung an der Vorbereitung der Buchholzer Festtage 2016. Hier seien insbesondere genannt das Amtshaus, die Treffpunktgemeinde, die evangelische Kirchengemeinde, der SV Buchholz und dem Bürgerverein Französisch Buchholz.
Das Wort erhält Dr. Carsten Frerk. Er lebt in Berlin, ist aber in Hamburg, in einem Arbeiterviertel als jüngstes Kind von vier Söhnen eines Arztes und seiner Frau aufgewachsen. Heute ist er vor allem Autor, Journalist und „Vortragsreisender“ auf einem Terrain, das er sich wissenschaftlich als Politologe und Soziologe mit Doktorrang voll erschlossen hat.
Fast noch druckfrisch Dr. Carsten Frerks jüngstes Werk „Kirchenrepublik Deutschland“.
Sein Forschungsgebiet ist der Lobbyismus. Lobbyismus bedeutet so viel wie Interessenvertretung in Politik und Gesellschaft. Speziell widmet er sich der Kirche, die ungeschlagen lobbyistisch agiert.
Frieder Bubl, Vorsitzender des Bildungsvereins, stellt Dr. Frerk vor und wünscht dem Diskussionsabend einen guten Verlauf.
Es ist das zweite Mal, dass der Bildungsverein Menschen zusammenführt, die über Kirche und Gesellschaft nachdenken. Im Mai 2014 bestritten Rabbiner Alter aus der jüdischen Gemeinde Berlin, Imam Arif von der Moschee in Heinersdorf und aus Buchholz der evangelische Pfarrer König sowie der katholische Pfarrer Monn eine Podiumsdiskussion. Drei Hauptreligionen beieinander und so viel Harmonie? Kaum zu glauben.
Das brisante Thema führte diesmal zu einer hitzigen Diskussion. Die vielen harten Fakten zum Lobbyismus der Kirchen wurden von einigen Gästen als Polemik aufgefasst. Anstoß wurde auch daran genommen, dass Menschen, die mit bester Absicht für ihre Kirche agieren, keine Rolle spielten.
Wortmeldung aus dem Publikum
Es ging ja aber um eine gesellschaftliche Erscheinung, die der Demokratie ernsthaften Schaden zufügen kann. Um den Lobbyismus. Der Einfluss auf Gesetze nimmt zu, auf Wirtschaft und Kultur, auf Bildungsinhalte und Haltungen …
Für die Gewaltenteilung stehen Exekutive, Legislative und Judikative. Die vierte Säule stellen die Medien dar und als die fünfte wird neuerdings der Lobbyismus angesehen. Auch wenn das nicht zutreffen sollte, es zeigt doch, wie ernst das Problem genommen wird und wie hoch es gehängt wird.
Das alles weiter zu beobachten wäre interessant. Dann steht wohl bald die dritte Diskussion ins Haus. Und wenn es wieder ein Streit wird? Um so besser. Der Gewinn ist auf jeder Seite. Auf alle Fälle, wenn uns kompetente Leute wie Dr. Frerk zur Seite stehen. Übrigens war er eine Zeitlang auch Buchholzer, zu Hause in Buchholz Nordheide Nähe Hamburg.
Ort: Amtshaus Französisch Buchholz | Berliner Straße 24, 13127 Berlin | Freitag 15. April 2016, 19 Uhr
Datum: 22.4.2016 | Autor/Bild: Renate & Detlev Enneper
Dr. Frerks im PublikumFrieder Bubl stellt Dr. Carsten Frerk vorHerr Dr. Frerk in Aktion!Vortragsansicht Dr. Carsten FrerkWortmeldung aus dem PublikumDas Buch "Kirchenrepublik Deutschland" von Dr. Carsten FrerkPublikumsabstimmungTag Cloud zum Kirchen LobbyismusZitat - Prälat Dr. Karl Jüsten
An diesem 8. März standen die Türen des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums bis in die Abendstunden offen. Doch Einlass für alle, die etwas über das 3,5 km lange Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Pankow-Heinersdorf und über die Elisabeth-Aue erfahren wollten, gab es trotzdem nicht. Die große Aula war hoffnungslos überfüllt, sogar Stehplätze wurden in Kauf genommen, und weit über 100 blieben ganz und gar ausgesperrt. Auch zum Unbehagen des Veranstalters natürlich, des Vereins Für Pankow.
Erleichtert nahmen die Bürger zur Kenntnis, dass die Schutthalde zwischen den Bahnhöfen Pankow und Heinersdorf die längste Zeit die Umwelt verschandelt hat. Im Herbst ist der Ort für bauliche Maßnahmen hergerichtet und ein Architektenwettbewerb wird dem Bauherrn Kurt Krieger und den Stadtplanern helfen, eine gute Lösung fürs Wohnen und Einkaufen, fürs Mobil-Sein und für den Weg zur Schule zu finden. Dank an den Unternehmer Krieger aus dem Publikum, Dank dafür, dass er solange durchgehalten hat beim Tanz mit den Behörden.
Präsidium mit Senator Andreas Geisel und dem Verein Für Pankow e. V. zur Elisabeth-Aue
Während Senator Andreas Geisel das Wachsen der ganzen Stadt im Auge hat und die Bauvorhaben einordnet, vermissen wir den noblen Ansatz, der im Treffpunktsaal in Französisch Buchholz schon mal Beifall fand. Die Hauptstadt eines reichen europäischen Landes sollte sich städtebauliche Lösungen leisten, die einer Metropole gerecht werden, die auch noch Kinder und Kindeskinder überzeugen. So ein Bauwerk ist übrigens die 1908 errichtete Schule, in der wir gerade tagen.
In der Diskussion drehten sich viele Fragen um die Infrastruktur, auch, als es um die Elisabeth-Aue ging, wo bis zu 12.500 Menschen ein neues Heim finden sollen. Viele in den sogenannten bezahlbaren Wohnungen, die der Senat endlich als dringlich zu schaffen anerkennt. Der Verkehr, die Frage „Wie komme ich von A nach B“, sind Parkplätze vorhanden? beschäftigt genauso wie grüne Oasen in der Stadt.
Ja, und da leisten wir es uns, eine mitten in der Stadt liegende Aue, die landwirtschaftlich genutzt wird, in Bauland umzuwandeln. Wird das Realität, sollen wenigstens keine Böcke geschossen werden, sondern Mensch und Natur im größtmöglichen Einvernehmen stehen. Wenn Sechs- oder Sieben-Geschosser erlaubt sind, sollen sie sich mischen mit niedrigeren Wohnhäusern … Wenn es einen erkennbaren alten Dorfkern gibt, soll er gepflegt werden und Identität stiften ….
Das „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept“ sprich ISEK bereitet die Maßnahmen vor und bezieht die Bürger mit ein. Zum Beispiel am 12. März im Saal der Treffpunktgemeinde in Französisch Buchholz, Hauptstraße 64, ab 11 Uhr. Die Veranstaltung hat Workshop-Charakter und liegt in den Händen der Planergemeinschaft Kohlbrenner eG.
Ort: Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums | Görschstraße 42/44, 13187 Berlin | 8. März 2016
Datum: 11.3.2016 | Autor/Bild: Renate & Detlev Enneper
FragerundeFragerundeFragerundeFragerundeFragerundeHelmut Hampel, Ehrenvorsitzender des Vereins Für PankowThomas Brandt, Vorsitzender des Vereins Für Pankow Jens Holger Kirchner, Baustadtrat von Berlin-PankowKurt Krieger, Unternehmer, Chef der Möbelhauskette HöffnerDr. Ursula Flecken, Vorstandsmitglied der Planergemeinschaft Kohlbrenner eGAndreas Geisel, Senator für Stadtentwicklung von BerlinPräsidium mit Senator Andreas Geisel und dem Verein Für Pankow e. V. zur Elisabeth-AueVolle Aula Carl-von-Ossietzky-GymnasiumsAula Carl-von-Ossietzky-GymnasiumsVersammlungsort Carl-von-Ossietzky-GymnasiumOskar Tschörne, Aktivist / Elisabeth-Aue
Bürgerverein Französisch Buchholz, Senatsvertreter und Planergemeinschaft im Gespräch
Das Thema ist Elisabeth-Aue, gelegen im Naturpark Barnim, geschützt als landwirtschaftliche Fläche im aktuellen Koalitionsvertrag.
Über die Pläne zur Bebauung der Elisabeth Aue gab es ein öffentliches Forum im Jahr 2015 im Treffpunktsaal. Bürgerverein und Ortsvorstand der SPD hielten Information und Kommunikation für dringend geboten. Der Verlauf des Bürgerforums gab ihnen Recht.
Im Frühjahr 2015 ging es noch um das Ja oder Nein zur Bebauung. Heute geht es schon um das Was, Wo und Wie. An 5.000 Wohnungen ist gedacht, das sind rund 15.000 Menschen, die mehr in dieser Region leben, wohnen, arbeiten und zur Schule gehen werden.
Das „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept“ sprich ISEK wurde wiederum auf Initiative des Bürgervereins Französisch Buchholz am 11. Februar 2016 im Amtshaus vorgestellt. Dabei waren Dr. Ursula Flecken von der Planergemeinschaft Kohlbrenner e.G. und Klaus-Dieter Hoffmann sowie Nicole Stiemert, beide Vertreter des Senats.
Die Planergemeinschaft verantwortet mit ISEK gewissermaßen die Vorplanung. Aufgeschlossen und kompetent klärte Dr. Flecken über die Aufgaben auf und gab damit interessierten Bürgern ein Instrument an die Hand, Planung und Bebauung im frühen Stadium zu beeinflussen, mitzubestimmen und zu optimieren. Wir erfuhren etwas von der Arbeit des Kümmerers. Bis die Probleme geklärt sind, ist er dabei und das können schon mal 10 bis 15 Jahre sein.
Jens Tangenberg, Vorsitzender des Bürgervereins Französisch Buchholz (l.), Ortschronistin Anne Schäfer-Junker, Bürgerverein, Klaus-Dieter Hoffmann, SenStadtUm, Nicole Stiemert, SenStadtUm, und Dr. Ursula Flecken von der Planergemeinschaft Kohlbrenner e.G. (r.)
Themen sind zum Beispiel Verkehr; Grünflächen und Ökologie; Freizeit und Senioren; Einbeziehung alter Dorfkerne; wohnen und arbeiten…
Im Kreis der Anwesenden stellten sich zwei, drei Vorhaben als besonders wichtig und kontrollbedürftig heraus: die Verkehrsanbindung und genügend Kindereinrichtungen und eine ausreichende Schulraumkapazität.
In diesem stattlichen Blankenfelder Bebauungsobjekt liegen auch Chancen für Französisch Buchholz. Eine Rolle spielte, dass Französisch Buchholz und Blankenfelde der Charakter einer Gartenstadt gut stehen würde. Mitreden ist erwünscht. Für Bürger, die mehr wissen wollen, zwei Termine:
12. März 2016, 11 bis 16 Uhr
1. Beteiligungswerkstatt zum ISEK Elisabeth-Aue (Workshop) in der Treffpunktgemeinde Französisch Buchholz, Hauptstraße 64, 13127 Berlin. Mehr Details zur Veranstaltung bitte hier klicken.
8. März 2016, 18 Uhr
Veranstaltung mit Senator Andreas Geisel und dem Verein Für Pankow e. V. zur Elisabeth-Aue im Carl-von-Ossietzky-Gymnasium in Pankow, Görschstraße 42/44. Mehr Details zur Veranstaltung bitte hier klicken.
Zu beschreiben ist sie nicht. Zu hören und zu sehen schon. Da hatten die über 70 Besucher am 29. Januar aber Glück. Gisela Oechelhaeuser war zwei Stunden lang im Amtshaus von Französisch Buchholz für sie da.
DIE ZEIT VERLANGT´S! ist ein Reprisenprogramm mit den BEST OF OECHELHAEUSER. Damit feiert sie Schlag auf Schlag das Leben. Genauer: das Leben in zwei Systemen. 1999 hörte sie auf, Chefin der Distel zu sein. Ein Stück Vergangenheit und Jugendsünde hatte sie eingeholt. Gut so. Eine steile Karriere begann, mit Bravour eroberte sie im Solopart das politische Kabarett. Und was hat sie davon? Immerhin, im Ranking der berühmten Kabarett-Frauen steht die Oechelhaeuser ganz oben. Vor Lisa Fitz, Désirée Nick, Sissi Perlinger und Monika Gruber. Sie ist einfach umwerfend. Aber, wie ich schon sagte, zu beschreiben ist sie nicht.
Da ist ihr lachendes Sonntagsgesicht, typisch und gewinnend nur einmal. Ihre Temperamentsausbrüche, laut und heftig, schauspielerisch versiert. Dahinter steckt einfach
Persönlichkeit. Und Lebenslust. Sie stellt sich vor und fischt reihenweise Menschen. „44 geboren, 72 bin ich, Sie brauchen nicht rechnen“, trompetet sie gleich am Anfang der Reise in den Raum. Außer Frau Oechelhaeuser ist sie auch Frau Müller, die 99-jährige Schrullige, und Valentina, die bei Lidl an der Kasse sitzt und angekommen ist im Kapitalismus.
Wann diese Gesellschaftsordnung untergeht? Was weder Marx und Engels, noch Liebknecht und Lenin wussten, SIE weiß es. Dann, wenn SIE vor dem großen Einkaufsparadies Kaufland steht und inbrünstig schreit: Ich kaufe nichts!
Zu beschreiben ist sie nicht – ich sagte es doch schon. Oder diese Witzigkeit: Kati Witt ist bei E.H. und quengelt: Mach doch die Mauer auf, Erich … Er guckt sie an und mutmaßt: Kati, du willst ja nur mit mir alleine sein… Der Autor der Kabarettistin ist seit einigen Jahren übrigens Philipp Schaller. Und das ist ihr Weg von Kindesbeinen an: Die Pfarrerstochter aus Schmauch in Ostpreußen lernte den Beruf der Industrie-Uhrenmacherin und studierte an der Karl-Marx-Universität Leipzig Germanistik und Romanistik. Sie hat promoviert.
Seit über 40 Jahren steht sie auf der Bühne und verzaubert ihr Publikum. Eine Berufung, die Französisch Buchholz reicher macht. Hier ist nämlich ihr Wohnsitz seit 30 Jahren. Eine treue Seele und begnadete Künstlerin, der wir noch oft begegnen möchten. Denn zu beschreiben ist sie nicht.
Auch wenn Sie nicht zu beschreiben ist, so kann man doch inzwischen mehr über Sie erfahren in ihrem Buch:Hiergeblieben! Leben in Geschichten
Kleine Lesung aus „Hiergeblieben“VerwandlungInnehaltenFrau MüllerKontakt zum Publikum - Frau Oechelhaeuser„Hiergeblieben“ wird von Gisela Oechelhaeuser signiertBlumen für Gisela OechelhaeuserKassenpatientinLidl-Verkäuferin Valentina
Mit dem neuen Jahr steht der Neujahrsempfang ins Haus. Am 22. Januar war es wieder soweit. Jens Tangenberg, Vorsitzender des Bürgervereins von Französisch Buchholz, begrüßte Mitstreiter und Gäste, darunter die Liebrams aus Rosenthal, Dr. Torsten Kühne, den Pankower Bezirksstadtrat für Verbraucherschutz, Kultur, Umwelt und Bürgerservice, und die Hausherrin vom Amtshaus Andrea Delitz. Nicht zu vergessen eine syrische Familie, die ein paar Monate im Amtshaus lebte und im Dezember eine Wohnung in Buchholz beziehen konnte. Dank der unermüdlichen Hilfe von Monika Tangenberg, der stellvertretenden Vorsitzenden des Bürgervereins.
Im Rückblick auf das Jahr 2015 sprach Jens Tangenberg von einem bewegten Jahr. Es gibt Aktivitäten im Programm, die sich fest eingebürgert haben:
der Frühjahrsputz für den Vorgarten des Nachbarschafts- und Familienzentrums,
das Drachenfest für die Kinder (die auch schon mal 70 sein können),
die Großveranstaltung Buchholzer Festtage.
reger Austausch beim Neujahrsempfang 2016
2015 war sie mit gleich drei Jubiläen verbunden: 25-jähriges Bestehen des Bürgervereins; Empfang von Gästen aus ganz Deutschland und der Schweiz, die in einem der vielen Orte namens Buchholz leben; die 330. Wiederkehr der Ansiedlung von Hugenotten.
Anlässe genug, einen Historischen Festumzug zu arrangieren, der alles Bisherige in den Schatten stellt und für Teilnehmer und Zuschauer unvergesslich sein wird. Manfred Kirchhof, der das „Unternehmen Umzug“ leitete, ist es bestens gelungen.
Im neuen wie im alten Jahr werden kommunalpolitische Fragen auf der Agenda stehen. Fast 20.000 Buchholzer zählt der Ort jetzt. „Hier 10.000 Menschen in der Elisabeth Aue zusätzlich ansiedeln auf engstem Raum – das kann man nicht mit uns machen“, sagt der Vorsitzende. Das ganze Programm also auch 2016.
Im letzten November erst stand die Finanzierung des Amtshauses auf der Kippe. 2000 Unterschriften, zusammengebracht in 14 Tagen, machten den Bürgerwillen deutlich. Derweil war der Unterhalt des Hauses gesichert. Dennoch, der heftige spontane Protest hat Respekt ausgelöst.
Bürgerprotest gegen die Schließung des Nachbarschaftszentrums
Am Abend des 24. Novembers trafen sich vier Bürger aus Französisch Buchholz und Lars Liepe, Leiter der Stadtteilarbeit des Bürgerhauses e.V. Die Vertreter von Bürgerverein und Amtshaus führten einen prall gefüllten Ordner mit sich und nahmen an der Ausschuss-Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Senioren in der Fröbelstraße teil. 2.000 Unterschriften – Monika Tangenberg vom Bürgerverein in Französisch Buchholz hält den Ordner.
Sie hatten ein besonderes Mandat. 2.000 Unterschriften konnten sie dem Gremium überbringen, zusammengetragen in nur 14 Tagen. Stolz schwang bei der Übergabe an Lioba Zürn-Kasztantowicz mit. Die Bezirksstadträtin für Soziales, Gesundheit, Schule und Sport in Berlin-Pankow erkannte das Aufgebot an. Die Mobilisierung der Bürger war glänzend gelungen. Die Sitzung – Geleitet wird sie von Dr. Axel Bielefeld, Ausschussvorsitzender.
Das Amtshaus, das sich traditionell so nennt, aber seit langem Nachbarschaftszentrum heißt und auch eines ist, zieht viele große und kleine Leute an. Zum Highlight wurde die Gründung und Etablierung des Kultur- und Bildungsvereins Nord-Licht in den letzten vier Jahren. Französisch Buchholz und ein reges geistig-kulturelles Leben passen immer besser zusammen. Festgehalten – Auf verschiedene Weise macht sich die Bezirksstadträtin ein Bild.
Keiner will die Adresse für Kreative, Unternehmungslustige, für Mütter mit Kindern und musikalisch Interessierte, auch für Einsame und Ältere… missen.
Irgendwie war im Kreis der Überbringer der Unterschriften durchgesickert, dass die Finanzierung des Amtshauses stehen würde. Ein Gerücht? Nein, nächsten Tags kam die Bestätigung.
Was hatten die Überbringer noch auf dem Herzen? Lars Liepe erinnerte an Bürger, die einen Zusammenhang zwischen dem Fehlen der Mittel hier und den Zuwendungen für Flüchtlinge dort vermuten. Die Bezirksstadträtin machte glaubhaft deutlich, dass wegen der unterschiedlichen Töpfe eine Vermischung gar nicht möglich sei. Da haben wir wohl Glück gehabt. Das Mandat – Lars Liepe und Monika Tangenberg übergeben die Unterschriften
Unser Anliegen traf auf offene Ohren. Das Amtshaus hat mit seiner Arbeit selbst für sich geworben, und den Abgeordneten blieb das nicht verborgen. Dennoch ist der Nachdruck wichtig. 2.000 Unterschriften sind ein verheißungsvolles Mandat.